Pastorales Konzept

Präambel

Der Pastoralverbund „Im Bielefelder Westen“ ist Teil des Volkes Gottes und der römisch katholischen Kirche. Er möchte in dieser Welt die Menschenfreundlichkeit Gottes leben und verkünden. Gott ist in Jesus Christus Mensch geworden. Jesus hat vom Reich Gottes gesprochen und sich besonders den Armen und an den Rand Gedrängten zugewandt. Er wurde gekreuzigt. Doch ist er von den Toten auferstanden. Sein Evangelium ist der ganzen Welt kund zu tun. Besonders wenden sich die Gläubigen des Pastoralverbundes dabei jenen Menschen aller Völker und Glaubensrichtungen zu, die auf den Gebieten der Pfarrei Heilig Geist und der Pfarrei Christkönig in Bielefeld leben.

Die Situation einer Großstadt, die Diasporabedingungen, die Herkunft der Mehrheit der Gläubigen beider Gemeinden aus auswärtigen Gebieten (Vertreibung, Spätaussiedlung, Migration, Zuzug aus beruflichen ausbildungsbezogenen Gründen) stellen einerseits eine Herausforderung dar. Sie macht jedoch gleichzeitig einen beweglichen Zugang zu pastoralen Aufgaben möglich.

 

Profil und Konzept

Dargestellt ist das aktuelle Profil des Pastoralverbundes, welches auf dem gläubigen Wirken vieler Menschen der vergangenen Jahrzehnte und ihren Überlegungen aufbaut. Hier besteht der Wille, diese Angebote zu halten und zu festigen.

Zu bestimmten Feldern gibt es weiterführende Konzepte zur Verbesserung des pastoralen Handelns.

 

Gottesdienst

Gott zur Ehre – Feier der Liturgie

Die Kirchen Heilig Geist, Spandauer Allee, und Christkönig, Weihestraße, sind Zentren der Verkündigung und Vergegenwärtigung der Auferstehung Christi. Dort wird die sonntägliche Eucharistie gefeiert. Diese Pfarrkirchen sind Orte für die wochentäglichen heiligen Messen sowie das gemeinsame Gebet der Gläubigen in verschiedensten Andachten, Wortgottesdiensten und Liturgien. Ein weiterer wichtiger Gottesdienstort ist die Kapelle im Haus Laurentius.

In der Heilig Geist Kirche wird eine tägliche Tagzeitenliturgie gebetet.

Es gehört zu den wichtigen Zielen der Pastoral im Bielefelder Westen, dafür zu sorgen, dass möglichst täglich Menschen in den Kirchen zum Lob Gottes zusammen kommen. Die Liturgie soll durch die angemessene Beteiligung vieler Menschen (participatio actuosa) ein wirkliches Handeln des Volkes Gottes ermöglichen.

 

Sakramentenpastoral

Die Sakramente sind zentrale Angelpunkte des Glaubenswachstums und des Gnadenhandelns Gottes im Leben der katholischen Christen.

Die Sakramentenpastoral bedarf heute einer einschneidenden Erneuerung. Der Gesamtpfarrgemeinderat des Pastoralverbundes hat sich diese Erneuerung der Sakramentenpastoral auf allen Ebenen zum Ziel gesetzt.

Wichtige Schritte betreffen die Veränderung der Blickrichtung auf eine Sakramentenpastoral für Erwachsene. Bei Erwachsenentaufen und der Glaubensunterweisung bzw. Sakramentenkatechese bei Konversionen und Wiedereintritten werden neue Wege beschritten. Ebenso ist eine erneuerte Vorbereitung auf das Ehesakrament begonnen worden.

Angestrebt ist auch die intensivierte Vorbereitung und Nachbegleitung zum Sakrament der Taufe bei Kindern. Dies schließt eine verstärkte Beteiligung der Gläubigen aus den Gemeinden in ihrer Taufberufung ein, ebenso die pastorale Unterstützung von Eltern und Paten.

 

Diakonales Tun

Die Einheit von Gottes‐und Nächstenliebe stellt eine der wichtigsten Grundlinien der Pastoral im Bielefelder Westen dar.

Die Gemeindecaritas hat das Ziel, ein grundlegendes Netzwerk von verantwortlichen Frauen und Männern der Gemeinden für einzelne Straßen und Gebiete sicher zu stellen. Durch regelmäßige Besuche, persönliche Weitergabe von Informationen und Kontaktnahme zu wichtigen Lebens‐und Glaubensstationen der Menschen bleiben die Einzelnen mit ihren verschiedensten Anliegen und Bedürfnissen im Blick. Gleichzeitig stellt das Tun der Mitarbeitenden ein missionarisches Handeln dar, indem diese z.B. den Gemeindebrief persönlich überbringen und zu unterschiedlichen Angeboten der Gemeinde einladen. Eine wichtige Aufgabe und Herausforderung ist hier die stetige Ansprache jüngerer Menschen für die Mitarbeit speziell für dieses gelebte Glaubenszeugnis.

Einzelne Pastorale Orte wenden sich den Menschen in bestimmten Lebenslagen zu:

Das Familienzentrum Christkönig ist jener Pastorale Ort im Pastoralverbund, an dem die Sorge für das Heranwachsen kleiner Kinder, ihre Glaubensunterweisung und die Begleitung junger Eltern einen besonderen Schwerpunkt der zukünftigen Pastoral bildet. So weit wie möglich soll die besondere Stellung dieses katholischen Familienzentrums im Westen Bielefelds durch weitere Impulse am Ort in der Weihestraße gefördert werden.

Das Pflegewohnheim Haus Laurentius dient der aufmerksamen und fachkundigen Sorge für alte und schwache Menschen. An diesem Pastoralen Ort ist auch ein zusätzlicher Gottesdienstort in der Hauskapelle. Die Gottesdienste stehen Bewohnern, Mitarbeitern sowie allen Interessierten offen und fördern die Integration des Hauses in das Leben der Gemeinden.

Der Dornberger Lebensmittelkorb stellt einen Pastoralen Ort der Zuwendung zu den Hilfsbedürftigen jeden Alters und jeder Religion im gesamten Westen Bielefelds und darüber hinaus dar. Er bildet gleichzeitig in seiner ökumenischen Trägerschaft ein wichtiges Feld gemeinsam gelebter Nächstenliebe und gibt Zeugnis von der inneren Einheit der Christen verschiedener Konfessionen.

All diese Initiativen und viele mehr pflegen bewusst eine enge Einheit ihres praktischen Tuns der Nächstenliebe mit den Feiern der Gottesliebe in Gottesdiensten.

 

Jugendpastoral

Die Verkündigung des Glaubens unter den Kindern und Heranwachsenden stellt heute eine besondere Herausforderung dar.

Die entsprechende Pastoral bedarf der Suche nach immer neuen Wegen, in denen der Glaube und christliche Lebensgestaltung der nachwachsenden Generation nahe gebracht werden kann.

Eine wichtige Säule ist die von beiden Gemeinden gemeinsam durchgeführte Erstkommunion‐und Firmpastoral. Darüber hinaus stellen Spurengruppen unter der Leitung von Erwachsenen einen Verbindungsweg zwischen beiden Sakramenten her.

Eine weitere Säule der Jugendpastoral ist die Ministrantenarbeit in seiner Verbindung von Jugendarbeit und Gottesdienst.

Das große „Sommerlager in Milchenbach“, verschiedene musikalische Gruppen von Kindern und Heranwachsenden, offene Jugendarbeit wie in der „Teestube“, sowie die regelmäßigen Besuche in Taizé zur Öffnung des weltkirchlichen Horizontes und die Pflege der entsprechenden Spiritualität von Taizé sind für diese Pastoral charakteristisch.

Eine wichtige Aufgabe ist die Einbindung der Jugend in die Gottesdienste. Hierzu zählen spezielle Gottesdienste für Jugendliche, bei denen die Jugendlichen selbst und eigenverantwortlich Aufgaben übernehmen.

 

Sorge für Familien

Die Familie steht heute ausgespannt zwischen vielfältigen Herausforderungen. Sie ist aus christlicher Sicht die Keimzelle der Gesellschaft und stellt einen unersetzlichen Raum religiöser und menschlicher Prägung dar.

Der Pastoralverbund fördert durch jährlich mehrere Wochenenden die Verbindung unter christlichen Familien, unterstützt ihre religiöse Bildung, entlastet durch Kinderbetreuungen und praktische Hilfen Familien in Not und setzt durch finanzielle Unterstützung ein Gegengewicht zur wirtschaftlichen Belastung von Eltern mit Kindern.

Es ist das Ziel des Pastoralverbundes, Familien noch intensiver in Lebens-und Glaubensfragen zu unterstützen.

 

Suche nach Gottes Wahrheit und Botschaft

Die Botschaft Jesu ist eine gute Nachricht für die ganze Welt. Sie trifft auf die nach Wahrheit und den Quellen des Glaubens suchenden Menschen.

Der Bildpunkt „Im Bielefelder Westen“ in Verantwortung des Pastoralverbundes ist ein wichtiger Pastoraler Ort der katholischen Bildungsarbeit. Er trägt durch theologische, kulturelle und missionarische Veranstaltungen an verschiedenen Plätzen zur Ausbreitung der Botschaft Jesu in der heutigen Gesellschaft bei.

Bildungsarbeit, Gesprächskreise verschiedener Art, Vortragsveranstaltungen etc. haben einen traditionellen Schwerpunkt in der Heilig Geist Gemeinde.

Die Frauengemeinschaften, Kolpingfamilien und Seniorengemeinschaften erstellen ebenfalls aus diesem Grunde ein umfangreiches Programm.

Insbesondere dem Wort Gottes in der Heiligen Schrift widmen sich verschiedene Bibelkreise.

Verschiedene andere Gesprächskreise, Lektürekreise und aktuelle Veranstaltungen zu öffentlich diskutierten Themen fördern die Auseinandersetzung der Menschen mit dem Glauben.

Für eine zeitgemäße Information und Verkündigung der Frohen Botschaft unter den Menschen heutiger Tage werden unterschiedliche Medien genutzt. Dazu zählen die ausführlichen aktuellen Pfarrnachrichten, die Gemeindebriefen „Werde!“ und „Österliche Zeiten!“, die elektronischen „Newsletter“ und die umfangreiche Internetpräsenz.

 

Musik und Kunst

Das Lob Gottes soll auch in der gegenwärtigen Zeit in seiner ganzen Kraft und die Schönheit erklingen. Nicht selten finden Menschen zudem durch christliche Musik und Kunst zum Glauben.

Durch die Orgelkonzerte in der Pfarrkirche Heilig Geist, den Kirchenchor, verschiedene Gesangsgruppen beider Gemeinden und den Förderverein Kirchenmusik in Heilig Geist ist im Pastoralverbund ein Pastoraler Ort der Verkündigung durch Kirchenmusik in der Gesellschaft mit großer Ausstrahlung entstanden.

Die Pflege der vielgestaltigen Kirchenmusik zur Ehre Gottes und unter Beteiligung der gottverliehenen Gaben der Menschen stellt ein wichtiges Ziel der pastoralen Arbeit im Pastoralverbund dar. Deshalb werden verschiedenste Musikgruppen aufgebaut und gefördert.

Durch Kunst in den Kirchen, gelegentliche Ausstellungen und andere Initiativen sollen Menschen zur neuen Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben eingeladen werden.

 

Kontemplation und Schweigegebet

Die Lebensweise moderner Menschen führt zu großer Eile und innerer Auszehrung. Deshalb setzt der Pastoralverbund neben vielen anderen geistlichen Angeboten einen besonderen spirituellen Akzent:

An die Heilig Geist Kirche als Pastoraler Ort ist das geistliche Angebot von Kontemplation in Bielefeld angebunden. Was sonst eher Klostergemeinschaften oder Bildungsstätten bereit halten, ist so unter den Bedingungen der Großstadtseelsorge verwirklicht.

Regelmäßige Gebetszeiten und ein vielgestaltiges spirituelles Programm, das auch an anderen Orten Bielefelds durchgeführt wird, stellen eine Anlaufstelle in der Stadt für die Pflege des christlichen Schweigegebetes bzw. Herzensgebetes dar.

 

Weltkirche und Solidarität

Die Kirche ist eine Weltkirche. Den allumfassenden, d.h. katholischen, Charakter hat die Kirche angesichts der Globalisierung verstärkt zu leben.

In Bielefeld als Großstadt und Zentrum der Region Ostwestfalen sammeln sich Menschen aus allen Kontinenten. Sie gilt es in ihrem geistlichen und sozialen Leben zu unterstützen.

Ein wichtiger pastoraler Ort ist mit der Gründung einer afrikanischen katholischen Gemeinschaft in der Christkönig Gemeinde geschaffen worden. Sie hilft zur Überwindung von Sprachbarrieren in Glaubensfragen und ist Ausdruck der Wertschätzung der vielfarbigen Ausprägung katholischen Glaubenslebens in der Weltkirche. Die Verbindung von Eigenständigkeit der afrikanischen Christen und ihrer Integration in das Leben des Pastoralverbundes bereichert Leben und Glauben beider Seiten.

Die Verantwortung gegenüber der Weltkirche wird in verschiedenen Solidaritätsprojekten konkret umgesetzt. Dazu gehört die Beteiligung verschiedener Gruppen der Gemeinden an unterschiedlichen Hilfswerken, der Verkauf von Transfair‐Produkten und vor allem das eigenständige Projekt Bruder Lucas in Porto Alegre, Brasilien.

 

Ökumene

Die Kirche Jesu Christi gibt in ihrer Gespaltenheit ein geschwächtes Zeugnis von der Botschaft des Evangeliums. Ökumenische Initiativen gehören deshalb wesentlich zum Leben des Pastoralverbundes „Im Bielefelder Westen“.

Ein wichtiger pastoraler Ort besteht in der Heilig Geist Gemeinde durch die ökumenische Gastfreundschaft für die orientalisch‐orthodoxe Liturgie im koptischen Ritus für syrische, irakische und ägyptische Christen. Begegnungen unterschiedlicher Art fördern den Dialog.

Mit den evangelisch‐landeskirchlichen Konfessionen bestehen regelmäßige Begegnungen der pastoralen Mitarbeiter, verschiedenste gemeinsam verantwortete Bildungsveranstaltungen, viele ökumenische Gottesdienste und das dauerhafte praktische Projekt der Nächstenliebe im Dornberger Lebensmittelkorb.

Der ökumenische spirituelle Impuls durch die Gemeinschaft von Taizé, ihre Lieder und Begegnungen mit den Brüdern haben mit der Nacht der Lichter in der Heilig Geist Kirche ihren pastoralen Ort in Ostwestfalen.

 

Kirchliche Verbände

Das verbandliche Leben gehört zu den tragenden Säulen der Pastoral in Deutschland. Es erleichtert kontinuierliche pastorale Akzentsetzungen in einem hohen Maß an Eigenständigkeit und Selbstverantwortung der Gläubigen.

In beiden Kirchengemeinden gibt es jeweils den Verband der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland und eine Kolpingfamilie. Neben ihrem jeweiligen Bildungsprogramm sorgen sie für eigengeprägte Gottesdienste, Begegnungen und Fahrten.

 

Kirche im Wandel der Zeit

Ein pastoraler Ort eigener Prägung ist durch die aus dem Pastoralverbund entscheidend mitgestaltete Sicherung der Kirchenruine eines ehemaligen Franziskanerklosters am Jostberg entstanden.

Der Pastoralverbund sorgt durch verschiedene Gottesdienste, kulturelle Initiativen und die praktische Pflege für die angemessene Nutzung dieser kulturell und religiös bedeutsamen Stätte.

 

Gastlichkeit und Lebensfreude

Die Christen im Pastoralverbund „Im Bielefelder Westen“ nehmen Gastfreundlichkeit ernst und möchten andere teilnehmen lassen an der lebensfrohen Vielfalt im Volk Gottes.

Neben vielen ehrenamtlichen Präsenzen in den Büros zur Sicherung der Erreichbarkeit werden deshalb Begegnungen nach den Gottesdiensten in Sonntagscafés, Einladungen zum Essen nach den Sonntagsmessen und viele andere Treffen angeboten. Die Feier der Osteragape (Christkönig) und das Osterfrühstück (Heilig Geist) sind gepflegte Tradition. Größere Feiern wie bei Gemeindefesten, Karneval und anderen Gelegenheiten ergeben sich im Jahresverlauf und dienen dem frohen Zusammensein. Bei Festen sind Nachbarn und Gäste gezielt eingeladen. Zahlreiche weitere Gelegenheiten mit geringer Schwellenhöhe zur Teilnahme am Leben der Christen entstehen beim Wandern, beim Dornberglauf, den Vogelstimmen‐Spaziergängen und anderen sportlichen oder naturkundlichen Aktionen.

 

formuliert von den Mitgliedern des Pfarrgemeinderates
Stand Sommer 2013

 

Konzept als Download


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